Lexikon der Bogenbegriffe

 

A

Alle ins Gold
Bogenschützengruß derjenigen, welche die olympische Disziplin des Bogenschießens betreiben.

Ankerpunkt
Ein bestimmter Punkt, meist im Gesicht des Bogenschützen, der beim Spannen des Bogens von der Zughand berührt wird.

Armschutz
Ein Stück festen Materials, das dazu dient, den Bogenarm von einer schmerzhaften Berührung mit der Sehne zu schützen. In der Regel ist der aus Leder oder einem lederähnlichen Material gefertigte Armschutz an der Innenseite des Unterarms befestigt. Für Anfänger empfiehlt sich ein Armschutz, welcher Unter – und Oberarm schützt.

Auszugslänge
ist die in Inch angegebene Distanz, über die der Schütze den Bogen spannt um zu seinem Ankerpunkt zu gelangen. Gemessen wird dabei von der Vorderkante des Bogens.

B

Backing
Beim traditionellen Bogen die Verstärkung auf der dem Schützen abgewandten Seite des Bogens.

Barebow
= Blankbogen, ein Bogen ohne Visier. Barebowschießen ist eine Disziplin im Bogensport.

Befiedern
Aufbringen von Kunststoff – oder Naturfedern auf das hintere Ende des Pfeils. Es werden immer nur drei Federn auf den Schaft geklebt. Diese Federn dienen zur Stabilisation des Pfeilfluges.

Befiederungsgerät
Gerät mit dessen Hilfe es möglich ist, die Federn exakt in Winkel und Position auf den Schaft zu kleben.

Bogenarm / Bogenhand
Hand in der der Bogen gehalten wird. Beim Rechtshänder ist es die linke Hand.

Bogenlänge
Gesamtlänge des Bogens. Sie wird beim Recurvebogen von einem zum anderen Ende der Wurfarme gemessen. Es gibt Bögen in 66″, 68″ und 70″. Welche Länge man verwendet ist von der Auszugslänge des Schützen abhängig. Bis 28″ Auszug ist der Bogen 66″ lang, von 28″ bis 30″ empfiehlt sich ein 68″ Bogen. Bei größerem Auszug werden 70″ Bögen geschossen. Bei Compoundbögen wird die Länge von Achse zu Achse ermittelt.

Bogenschlinge
siehe auch Fingerschlinge, Vorrichtung am Bogen die sicherstellt, daß der Bogen beim Lösen nicht aus der Hand fällt.

Bogenständer
Halterung, zum Ablegen des Bogens.

Brustschutz
(Streifschutz) In erster Linie dient der Brustschutz dazu, die Kleidung des Schützen an den Körper zu pressen und so ein Streifen der Sehne an der Kleidung zu verhindern.

Button
Teil der Pfeilanlage. Mit dem Button können Spinegrenzwerte beeinflusst werden.

C

Cam
Ovale Rolle beim Compoundbogen.

Centershot Bogen
Bogen, bei dem der untere Teil des Schußfensters über die Mitte hinaus geschnitten ist.

Checker
T-förmiges Messmittel zum Messen verschiedener Größen (Standhöhe, Nockpunkt, Tiller) am Bogen.

Compositebogen
Bogen, der aus verschiedenen Komponenten zusammengefügt ist.

Compoundbogen
Dieser Bogentyp arbeitet mit einem Hebelsystem. An beiden Wurfarmenden befindet sich je einer Rolle über die zwei Kabel geleitet werden. Wird der Bogen über eine bestimmte Länge ausgezogen, so bewirken die Rollen eine Zuggewichtsreduktion von max. 85%

D

Deflex
Von einer deflexen Form spricht man, wenn sich der Bogen zum Schützen biegt.

E

Endenschutz
Wird auf das untere Ende des Wurfarms aufgezogen. Damit werden Beschädigungen durch das Aufsetzen am Boden vermieden.

F

Face – Walking
Blankbogentechnik, bei der die Änderung der Zughandposition im Gesicht als Zielhilfe dient.

FITA
FEDERATION INTERNATIONALE DE TIR A L’ARC, Internationaler Bogensportverband. Von dieser Vereinigung sind Regeln erarbeitet worden, die bei olympischen Spielen, Welt – und Europameisterschaften sowie nationalen Wettbewerben verbindlich sind.

FITA – Runde
Freiluftdisziplin bei der je 36 Pfeile auf 4 verschiedene Entfernungen geschossen werden. In der Schützenklasse sind dies 90m, 70m, 50m und 30m, bei den Damen 70m, 60m, 50m und 30m.
Insgesamt gibt das 144 Pfeile.

FITA – Regeln
beschreiben die technischen und organisatorischen Voraussetzungen und Bedingungen die für ein FITA – Turnier verpflichtend sind. Sie stehen auf den Seiten der FITA als pdf – file zum download bereit (in engl. Sprache).

FITA Stern
Die FITA vergibt Auszeichnungen in Form des Sterns. Es können Sterne für 1000, 1100, 1200, 1300 und 1400 erzielte Ringe erworben werden. Voraussetzung ist, dass das Ergebnis in einem Turnier erzielt und dass dieses Turnier nach den Regeln der FITA als Sternturnier ausgeschrieben und durchgeführt wurde.

FITA Feld- und Jagdrunde
Die FITA Feldrunde kann mit dem Blankbogen, dem Recurve oder dem Compound geschossen werden, wobei jeder Bogenart eine eigene Wertung zugeteilt wird. Es wird auf 12 bis 24 Scheiben geschossen. Dabei ist zu beachten, dass sich die Scheibenzahl durch vier teilen lässt. In der Regel werden zwölf Scheiben aufgestellt. Pro Scheibe werden drei Pfeile geschossen. Die Ziele sollen so an einem vorgegebenen Kurs angeordnet sein, dass sich durch das Gelände eine entsprechende Erschwernis im Zielen und Schiessen ergibt. Bei einer FITA Arrowhead Runde werden zwei separate Feldrunden abgehalten. Die FITA Jagd Runde beinhaltet die gleichen Regeln wie in der oben erwähnten Feldrunde. Allerdings sind die Entfernungen der Ziele zu schätzen.

Fingerschlinge
Kleine Schlinge, die anstelle einer Bogenschlinge zwischen Daumen und Zeigefinger gespannt das Fallenlassen des Bogens beim Lösen verhindert.

Flu-Flu
Der Pfeilschaft wird mit sechs langen (10 cm) Naturfedern befiedert. Dadurch wird die Flugweite drastisch reduziert.

Free – Style
Disziplin, bei der für alle Bögen sämtliche Hilfsmittel zugelassen sind.

G

Gipfelzuggewicht – siehe Zuggewicht

Grain
Amerikanische Gewichtseinheit, ein Grain = 0,0648 Gramm

Gruppierung
ist das Auftreffen der Pfeile auf der Scheibe. Im Idealfall liegen alle Pfeile dicht beieinander.

I/J

Inch – siehe Zoll

Instinktives Schießen
Bogenschießtechnik bei der der Schütze ganz auf technische Hilfen verzichtet. Erzielt nicht bewußt, sondern hat das Ziel vor Augen um dann zu lösen.

K

Kabelabweiser
Eine an der Innenseite des Compoundbogens angebrachte Vorrichtung, die ein Streifen der Befiederung an den Kabeln verhindert. Ein zusätzlich angebrachter Gleitschuh mindert die dadurch entstehende Reibung.

Kisser – siehe Mundmarke

Klicker
eine zur Auszugskontrolle am Schußfenster angebrachte Metallzunge.

Köcher
Aufbewahrungsbehälter für Pfeile. Wird meist am Gürtel getragen. Traditionelle Schützen benutzen oftmals einen Rückenköcher

Konterstabilisatoren
Dienen zur horizontalen Stabilisierung des Bogens. Gegenstück zum Monostabilisator. Siehe auch Stabilisation

Kyudo
Japanische Form des Bogenschießens

L

Laminierter Bogen
ein aus unterschiedlichen miteinander verleimten Schichten gefertigter Bogen. Man benutzt Fiberglas, Holz und Carbonfasern.

Langbogen
ein traditioneller Bogen der ohne technische Hilfsmittel geschossen wird. Aufgrund seiner Wurfarme ist er gerade, er besitzt keine Recurve.

lbs
Abkürzung für englische Pfund (Plural, sing. lb) Ein lb = 453,59 Gramm.

Leitfeder
ist der Teil der Befiederung, welcher im rechten Winkel zur Nocke steht.

Let Off
Zuggewichtsreduktion bei Compoundbögen.

Linkshandschütze
Der Schütze zieht die Sehne mit der linken Hand.

Lösen
Loslassen der Sehne beim Schuss

M

Mediterraner Stil
Beim Schießen wird die Sehne mit dem Zeigefinger, Mittel- und Ringfinger gezogen. Der Zeigefinger befindet sich oberhalb, die anderen Finger unterhalb des eingenockten Pfeils.

Mittelteil
Mittlerer Teil des Bogens.

Mittenwicklung
Eine um den Nockpunkt der Sehne angebrachte Verstärkungswicklung. Sie verhindert vorzeitige Abnutzung der Sehne durch das Lösen.

Mittellinie
ist die gedachte optische Linie in der die Sehne liegen soll.

Monostabilisator
mindestens 25″ langer Stabilisator, welcher an der Vorderseite des Bogens befestigt wird. Meist durch Konterstabilisatoren unterstützt.

Mundmarke
Kunststoffteil, welches in Mundhöhe in die Sehne eingearbeitet wird. Dient als Auszugskontrolle.

N

Nachhalten
Elementarer Bestandteil des Schusses. Die Körperhaltung verbleibt nach dem lösen unbewegt, bis der Pfeil auf die Scheibe trifft.

Nock
Am hinteren Ende des Pfeils aufgebrachter Kunststoffeinsatz. Dient dazu, den Pfeil auf der Sehne zu befestigen.

Nockpunkt
ist die Markierung an der Sehne für die exakt ermittelte Stelle an der der Pfeil aufgesetzt werden muß.

Nullpunkt
Wenn der Schütze über die Pfeilspitze zielt ist der Nullpunkt die Entfernung, bei der der Pfeil die Scheibe trifft.

O

Offener Stand
Die Fußposition auf der Schußlinie bei der der linke (Rechtshandschütze) Fuß hinter einer gedachten Linie zwischen dem rechten Fuß und der Zielscheibe steht.

Overdraw
Technik bei der die Pfeilauflage in Richtung der Sehne verschoben wird. Damit verkürzt sich der Auszug und es ist möglich, kürzere Pfeile als erforderlich zu schießen. Diese sind dann leichter und haben eine erheblich flachere Flugbahn.

R

Rechtshandschütze
Der Schütze zieht die Sehne mit der rechten Hand.

Recurvebogen
Bogen der mit Recurves ausgestattet ist.

Recurve
Speziell geformtes Ende des Wurfarms indem die meiste Energie gespeichert wird.. Dieses Teil biegt sich beim Lösen vom Schützen weg.

Release
Mechanische Lösehilfe für Compoundschützen.

Rohschafttest
oder Blankschafttest. Mit diesem Test kann mittels einem unbefiederten Pfeils der Spinewert geprüft werden.

S

Schaft
Pfeil ohne Nock, Spitze und Federn.

Scheibenauflage
Papier mit farbiger Einteilung das auf die Scheibe gespannt wird.

Scheibenpanik
auch Goldfieber genannt. Negative psychische Einstellung des Schützen zum Zielen und Lösen. Kann verschiedene Erscheinungsformen annehmen.

Schießhandschuh
von traditionellen Schützen anstelle eines Tabs verwendeter, handschuhähnlicher Fingerschutz.

Schußfenster
bezeichnet den ausgeschnittenen Teil des Mittelstücks überhalb des Griffes.

Scope
Ein am Visier des Compoundbogen befestigtes Vergrößerungsglas. Wird zusammen mit dem Peep Sight verwendet.

Sehnenwachs
Imprägniermittel für die Sehne

Spannhöhe
Auch Standhöhe, Maß des Abstands der Sehne zum Griffstück. Jeder Hersteller gibt dieses Maß vor.

Spannriemen
Hilfsmittel um den Bogen zu spannen.

Spinewert oder Spine
Steifheit des Pfeils. Dieser Wert wird gemessen, indem man ein Gewicht von 2 lbs mittig auf den Schaft legt. Die dadurch entstehende Durchbiegung ergibt den Spine.

Spinne
Ein an der Vorderseite des Bogens angebrachtes v-förmiges Gerät. Dient zur Befestigung der Stabilisation

Sportmedizin und Bogenschießen
Bogenschießen ist ein gesunder Sport, Verletzungsrisiken sind nahezu unbekannt. Orthopäden bestätigen, dass bei Bogenschützen in der Regel kaum Probleme mit dem Rücken auftreten, da die Rückenmuskulatur stark ausgeprägt wird und dabei Schäden entgegenwirkt. Auch nach langen Büroarbeitstagen dient das Bogenschießen neben der geistigen Entspannung auch zu einer Lockerung der Rücken – und Schultermuskulatur. Speziell für Behinderte stellt der Bogensport eine ideale Möglichkeit dar, sich sportlich zu betätigen und wird oft als Therapie vorgeschlagen.

Natürlich kann man mit Kraft alleine keinen Pfeil ins Zentrum bringen. Bogensport ist auch durch mentale Entspannung geprägt. Nur ein ruhiger, entspannter und konzentrierter Geist ist zu guten Leistungen fähig.

Fragt man sich, was denn ein FITA – Schütze während eines Turniers leistet, so wird einem schnell klar, dass nicht nur 144 Pfeile mit höchster Konzentration geschossen werden, sondern auch eine Strecke von über 3000 m nur zum holen der Pfeile zurückgelegt wird. Beim Jagd- und Feldbogenschießen legt man teilweise noch erheblich längere Wegstrecken in abwechslungsreichem Gelände, zumeist mit Steigungen und Senkungen, zurück. Die zurückzulegenden Wegstrecken bilden neben den eigentlichen Schießbelastungen eine nützliche und für den Gesamtorganismus förderliche Bewegung

Ein Bogenschütze muss bei jedem Schuss eine starke körperliche Belastung aushalten. Hierbei bedient er sich einem besonders tiefen Ein- und Ausatemrhytmus, der von nahezu sämtlichen Atemmuskeln volle Aktion erfordert. Dies und die zurückzulegenden Wege können so nicht nur Herz und Lunge sondern auch das gesamte Muskelsystem des Oberkörpers positiv beeinflussen. Insbesondere bei Jugendlichen im Wachstum sind derartige Bewegungen außerordentlich förderlich.

Stabilisator
sind auf Stangen angebrachte Gewichte die die beim Abschuß auftretenden Momente ausgleichen.

String Walking
Technik des Blankbogenschießens bei der die Position der Zughand auf der Sehne als Zielhilfe benutzt wird.

T

Tab
Fingerschutz aus Leder oder Kunstleder. Dient zum Schutz der Finger der Zughand.

Take Down Bogen
Dreiteiliger, zum leichteren Transport zerlegbarer Bogen.

Tiller
Verhältnis obererem zu unterem Wurfarm

Trockenschuss
Loslassen der Sehne ohne Pfeil. Die dabei freigesetzte Energie kann den Schützen verletzen und den Bogen beschädigen.

Tuning
Feinabstimmung des Materials.

U

Untergriff
Die Sehne wird unterhalb des Pfeils mit drei Fingern gezogen.

V

V-Bar
Andere Bezeichnung für Spinne

Visier
Mechanische Zielvorrichtung.

Vorbauvisier
Visier, das nicht am Bogen sondern an einem Ausleger vor dem Bogen angebracht ist. Dadurch wird der Abstand Visier – Auge größer.

W

Wurfarme
Oberer und unterer Teil des Bogens indem die Energie gespeichert wird.

Z

Zoll
1 inch = 1 Zoll = 1″ = 2,54 cm.

Zuggewicht
Die beim Spannen des Bogens zu überwindende Kraft wird als Zuggewicht bezeichnet. Es wird immer in englischen Pfund angegeben (lbs.) und ist von dem Material und die Konstruktion der Wurfarme sowie der Länge des Auszugs abhängig. Um eine Vergleichbarkeit zwischen den einzelnen Bögen herzustellen, wird das Zuggewicht immer bezogen auf 28 ” (inch/Zoll) angegeben. Dabei entspricht 1 lbs. 453,59 Gramm, 1 inch ist gleich 2,54 cm. Anfänger beginnen mit einem Zuggewicht zwischen 20 und 30 Pfund, welches man im Laufe der Zeit erhöhen kann.

Zughand
Die Hand, welche die Sehne zieht.

Unser neues "Jahnstüberl"

Vielen Dank an die Förderer der

FT Jahn Landsberg